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FGL nominiert Stadtratsliste und OB-Kandidaten am 21.11.07
Prechtel und Schreyer für mehr Grün im Stadtrat OB-Kandidat will schwarze Stumpfheit überwinden
Mit ihrem bislang stärksten Personalangebot geht die Forchheimer Grüne Liste (FGL) in die Stadtratswahl 2008. Die Mitglieder nominierten am Mittwoch (21.11.07) je 20 Männer und Frauen für das Stadtparlament (Liste s. Kasten bzw. Ende des Berichts). "Wir sind damit nicht nur die einzige Partei der Ökologie, sondern auch die einzige, die Gleichberechtigung in der Politik verwirklicht", so Spitzenkandidatin und FGL-Fraktionsvorsitzende Annette Prechtel. Besondere Akzente will die FGL auch in der kommunalen Sozialpolitik setzen. Als "einzig ernstzunehmende Opposition im Stadtrat" wollen die Grünen mehr Verantwortung übernehmen. Sie untermauern diesen Anspruch mit einem eigenen Oberbürgermeisterkandidaten, dem 44-jährigen Wolfgang Schreyer.
Alle Altersgruppen sind auf der Liste vertreten, von der 19jährigen Medizinstudentin Martina Schramm über den 42jährigen Bankfachwirt und Lebensberater Rainer Völlmer bis zum 67jährigen Gymnasiallehrer a.D. Herbert Gebert. Das System der offenen Liste bietet auch diesmal vielen Quereinsteigern und Neulingen in der Kommunalpolitik eine Möglichkeit. Michael Haensch (Geschäftsführer bei Fritsche Entsorgung) findet sich auf Platz 6, Marco Roth (Leiter im Spielmannszug Forchheim) auf Platz 18. Daneben setzt die FGL aber auch auf Konstanz und bewährte Kräfte wie die StadträtInnen Edith Fießer (stellvertretende Vorsitzende des Bund Naturschutz, Platz 3) und Gerhard Meixner (Platz 2). Meixner kündigte an, dem "neoliberalen laissez-faire" in Forchheim ein Ende bereiten zu wollen und soziale Schwerpunkte zu setzen: "Armut ist ein Thema in unserer Stadt, und zwar nicht nur in einzelnen Stadtteilen, da ist die Kommune in der Verantwortung."
Sozial und familienfreundlich präsentierte sich auch der grüne OB-Kandidat Wolfgang Schreyer. Er kündigte an, Forchheim im Falle seiner Wahl zur Klimaschutzhauptstadt der ganzen Region zu machen. "Ich verstehe mich als Kontrapunkt zu der schwarzen Stumpfheit, die vom derzeitigen OB geboten wird", so Schreyer. Schreyer kritisierte nicht nur die mangelhafte Umweltpolitik des Stadtoberhaupts, sondern auch die mangelhafte Transparenz der Entscheidungen, die zu Politikverdrossenheit führe. Ein erweitertes Politikangebot der FGL soll die Nichtwählerinnen aus der privaten Nische herausholen. Dazu dient unter anderem ein neues Internet-Forum, auf dem Bürgerinnen und Bürger unter fgl.forchheim.com ihre Meinung zur Stadtpolitik kundtun können.
Offenheit ist an diesem Abend ein wichtiges Stichwort. Auf grüne Offenheit führte es Wolfram Weltzer (Journalist und Vorsitzender des Jungen Theaters, Platz 12) zurück, dass VertreterInnen unterschiedlichster Vereine und Berufsgruppen - von der Erzieherin bis zum Professor - die grüne Liste unterstützen. So sind mit Sabine Dittrich (Platz 9), der Sprecherin der Bürgerinitiative "Sinnvolles Ganzjahresbad", und Manfred Schade (Platz 8), dem Mitinitiator der Bürgerinitiative gegen den Mobilfunk, zwei ausgewiesene Streiter für mehr Demokratie dabei.
"Die FGL steht als einzige Gruppierung für mehr Demokratie und Transparenz", weiß auch Spitzenkandidatin Dr. Annette Prechtel. Darauf sei zurückzuführen, dass die FGL dieses Jahr mehr Bewerberinnen und Bewerber als Listenplätze aufzuweisen hatte. Entsprechend rechnet Prechtel mit "4+x Mandaten" in der nächsten Wahlperiode. "Auch nach 12 Jahren im Stadtrat kein bisschen leise" eröffnete die 33jährige Geoökologin die Wahlkampagne. In einer kämpferischen Rede kritisierte sie aktuelle Großprojekte in Forchheim. So sei das Ganzjahresbad erst jahrelang verschleppt worden, bevor der Stadtrat eine "Planung von der Stange" beschlossen habe, bei der auch noch ein sinnvolles Energiekonzept etwa mit einem Hackschnitzelwerk versäumt worden sei. In der Innenstadt gehe fast gar nichts voran. Und bei der Hangbebauung leiste sich die CSU-Mehrheit überwiegend Interessenbefriedigung für die Reichen. "Statt Klientelpolitik ist aber Verantwortung vor der Natur und den Bürgerinnen und Bürgern in Forchheim gefragt", so Prechtel. Die FGL will in ihrer Wahlkampagne deutlich machen, dass dies gute Konzepte und viel BürgerInnenbeteiligung braucht. "Wir setzen auf die Kraft der Argumente, nicht auf die Macht der absoluten Mehrheit oder des Weiterwurstelns", so Prechtel und Schreyer unisono.
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